Chronik

Die älteste Tauchsportveranstaltung - über die Grenzen von Deutschland bekannt - wurde mit dem "Fackelschwimmen" seit 1966 von der TSG Bad Kreuznach veranstaltet. Im ersten Jahr mit 7 Tauchern, zuletzt waren die Teilnehmer auf die stolze Zahl von über 500 angewachsen.
Als die zu durchschwimmende Strecke von der Roseninsel bis zu den historischen Brückenhäusern wegen der Hochwassergefahr umgebaut wurde, konnte das Schwimmen eine Zeitlang nicht mehr durchgeführt werden. und ist leider bis heute nicht wieder veranstaltet worden.
Der Binger Tauchsportclub veranstaltete unter der Überschrift "Schönstes und längstes Rheinschwimmen Deutschlands" dreimal ein Schwimmen von Bingen bis Kaub, an der schönsten Strecke des Rheines. Leider konnte die Veranstaltung wegen zu hoher Auflagen der Wasserschutzpolizei nicht mehr durchgeführt werden.
Das erste Orientierungstauchen wurde vom TC Nautilus Neustadt veranstaltet.

Ein Jahr nach der Gründung fanden 1972 die ersten Landesmeisterschaften in Gerolstein statt.

1988 wurde ein Trainer-B-Seminar in Schifferstadt unter der Leitung von Bundestrainer Bernd Robben abgehalten. Im selben Jahr wurde eine D-Kader-Mannschaft gegründet. Der Sichtungslehrgang fand im Sommer 1988 in Bad-Kreuznach statt, ebenfalls unter der Leitung von Bernd Robben. Dazu gehörten auch 2 Schiedsrichter-Lehrgänge.

1989 wurden die ersten reinen Jugendmeisterschaften ausgetragen. Bis zum Jahre 1995 wurden daraufhin jedes Jahr zwei Meisterschaften ausgeschrieben.

Wegen fehlender Ausrichter und mangels finanzieller Ausstattung wurden die Veranstaltungen 1996 zu einer Jugendmeisterschaft mit unbegrenzter offener Wertung zusammengelegt.

Der Wettkampfsport in Rheinland-Pfalz ging mit Einführung der "Monoflosse" erst so richtig los. Jetzt konnte national mitgehalten werden. Man fuhr zu den Deutschen Meisterschaften nach Berlin und erntete dort erste Lorbeeren. Stefan Herr vom BTC Bingen erreichte mit Platz 3 im 200 m DTG die beste Platzierung bei diesen Meisterschaften.

Bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften besonders aktiv waren die Vereine TC Kaiserslautern, BTC Bingen, TSG Bad Kreuznach, TC Manta Mainz, TC Ludwigshafen, TC Mannheim-Ludwigshafen, TSC Koblenz, TC Koblenz, PST Trier, TC Gerolstein, ESV Landau; TC Wittlich, TC Wasserfloh Budenheim und einige andere.

Bei den ersten Meisterschaften starteten noch viele Teilnehmer in verschiedenen Disziplinen. Einige Teilnehmer und Besucher werden sich noch an die "ewigen Gewinner" wie: Heinrich Fath, Vito Centorbi und en späteren VDST-Präsidenten Udo Radzei erinnern. Einer seiner Söhne gehörte der ersten D-Kader-Mannschaft des LVST an.

Vor 1980 war das Tauchen in Rheinland-Pfalz unbeschwert. Zwar zählte das Landeswassergesetz das "Tauchen mit technischem Gerät" nicht zum Allgemeingebrauch eines Gewässers, aber die Zahl derer, die sich unter der Wasseroberfläche der heimischen Seen auf Entdeckungsreise machten, war verschwindend gering. Entsprechend großzügig gingen öffentliche und private Gewässereigentümer mit dem "Phänomen Tauchen" um.

Als sich schließlich Im Jahre 1980 im Pulvermaar ein tödlicher Tauchunfall ereignete, wurde das Gewässer geschlossen und es ist bis heute nicht gelungen, dort wieder eine Taucherlaubnis zu erhalten.

Ebenfalls im Jahr 1980 begann in Rheinland-Pfalz die Novellierung des Landeswassergesetzes. Von Anfang an engagierte sich der LVST über den Landessportbund als anzuhörender Verband. Rainer Krey, Vorsitzender des TC Koblenz, erarbeitete damals ein, auch von vielen anderen wassersporttreibenden Verbänden beachtetes Memorandum über die Tauchsituation in Rheinland-Pfalz. Trotzdem wurde Tauchen mit technischem Gerät nicht als Gemeingebrauch bei der Gesetzesnovellierung berücksichtigt. Ganz im Gegenteil: Heute kann ein Gewässer erst dann offiziell betaucht werden, wenn eine Rechtsverordnung erlassen wurde.

Ein See nach dem anderen wurde so geschlossen...

Beim Laacher See ist es dem LVST erstmals gelungen, den See zumindest an 4 Terminen jährlich zu Ausbildungszwecken wieder zu öffnen.

Die Kreisverwaltung Ludwigshafen (seit 01.01.2004: Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises) erließ 1993 eine Rechtsverordnung, in der das Tauchen mit technischem Gerät in den Seen "Marx´scher Weiher" und "Schlichtsee" zum Gemeingebrauch erklärt wurde. Diese Rechtsverordnung wurde 1991 im Rahmen einer Podiumsveranstaltung in den Räumen der Kreisverwaltung Ludwigshafen (seit 01.01.2004: Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises) den Tauchern vorgestellt und fast unverändert beschlossen. Eine Bestätigung für die gute Vorarbeit des LVST.

1992 wurde das "rheinland-pfälzische Hausriff", der Jägerweiher (Rhein-Pfalz-Kreis), aufgrund einer mißglückten Zeitungsmeldung ebenfalls geschlossen. Es ist uns gelungen, auf Grund einer privatrechtlichen Vereinbarung das Tauchen, allerdings stark kontingentiert, wieder zu ermöglichen.

Durch die bis jetzt in Rheinland-Pfalz einzige Rechtsverordnung wurden dem LVST erhebliche Pflichten auferlegt. Der LVST ist verantwortlich für die strikte Einhaltung der Auflagen und den geregelten Tauchbetrieb in den Seen. In der Zeit vom 15. April bis 15. September eines jeden Jahres leistet der Vorstand des LVST reihum Telefondienst und vergibt Tauchgenehmigungen an die anrufenden Tauchkameraden. Zwei regionale Tauchsportvereine übernahmen Patenschaften und leisten seitdem den Ordnungsdienst und die Kontrolle vor Ort. Im Jahr 1996 mußte eine erhebliche Anzahl "wilder" und uneinsichtiger Taucher zur Anzeige gebracht werden. In rund 200 Fällen wurden Ordnungsstrafen ausgesprochen.

Seit Anfang der 80er Jahre beteiligt sich der LVST-Vorstand aktiv an der VDST-Verbandspolitik: Das derzeit gültige Recht der einzelnen Vereine, ihre Stimmen bei Abstimmungen auf VDST-Bundestagungen an den Landesverband übertragen zu können, wurde trotz stärkster Widerstände größerer Landesverbände von der damaligen VDST- und LVST-Spitze durchgesetzt. Auch im Bereich der VDST-Finanzen haben sich die Rheinland-Pfälzer, nämlich Udo Radzei und später Georg Theis als VDST-Schatzmeister eingebracht.

Zusammen mit Udo Radzei, TC Kaiserslautern, der später sogar zum VDST-Präsidenten gewählt wurde und Georg Theis betrieb der Landesverband Rheinland-Pfalz eine ganz aktive Bundesverbandspolitik. Udo Radzei stand bis 1996 als Präsident an der Spitze des Verbandes Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST).

1988 wirkte der LVST bei der Gründung des "Förderkreis Sporttauchen" in München mit, drei Vorstandsmitglieder waren Gründungsmitglieder.

Das Jahr 1991 stelle in einem ganz besonderen Punkt einen Meilenstein in der LVST-Geschichte dar. Bis zu diesem Jahr wurde der LVST stets durch einen Mann geführt. Mit Herta Bassauer wurde erstmals eine Frau an die Spitze des LVST gewählt. Der Landesverbandstag in Bad Kreuznach wußte genau, wem er durch sein Votum das Vertrauen aussprach, da Herta Bassauer bis 1991 schon als Schatzmeisterin des Landesverbandes hervorragende Arbeit leistete. Seit 1991 führt sie erfolgreich, mit ihrer allseits bekannten Unerschrockenheit und mit Elan den Landesverband als 1. Vorsitzende.

Verbandspolitisch wurde schon recht früh die Wichtigkeit des Umweltschutzes erkannt. Auf Vorschlag des LVST-Vorstandes wählte der Landesverbandstag den Biologen und Pädagogen Dr. Willibald Rixner zum ersten Umweltreferenten für Rheinland-Pfalz. Er war bundesweit der dritte Umweltreferent innerhalb des VDST.

Jährlich fanden Gewässeruntersuchungen unter seiner Leitung im Jägerweiher statt. Im Jahr 1993 fuhren die LVST-Taucher sogar nach Hurghada (Ägypten) und absolvierten im Roten Meer mit Dr. Rixner einen Sonderkurs "Meeresbiologie". Durch das Enga-gement hielt der Umweltschutz auch Einzug in die Übungsleiterausbildung bei LVST und VDST.

Wenn in dieser Ereignis-Revue, trotz gewissenhafter Recherche das Eine oder Andere vergessen worden sein sollte, dann bitten die Verfasser um Nachsicht (und Ergänzung!).

Ob im Leistungssport, über Jugendmeisterschaften den Aufschwung im Breitensport, begleitet durch eine wesentlich vergrößerte Tauchlehrer-Crew bis zu vielzähligen Umweltaktivitäten kommt in einem lebendigen LVST das gesamte Spektrum unserer natur-verbundenen Sportart zum Tragen.

Diese Kurze Chronik soll nicht davon ablenken, dass sich der LVST immer nur als Sprachrohr seiner Vereine und Clubs verstanden hat. Alle Beschlüsse und Anregungen der zurückliegenden Jahre sollten einzig und allein dazu dienen, den rheinland-pfälzischen Sporttauchern ihr phantastisches Hobby - TAUCHEN - zu ermöglichen.

Das erste Übungsleiter-Seminar zur Ausbildung von Übungsleiter "F" fand im Jahre 1977 statt. Der einzige aus dieser Zeit und diesem Lehrgang heute noch tätige Übungsleiter ist Werner Donauer vom TC Kaiserslautern.

Es wurden damals 7 Übungsleiter ausgebildet. Beim 25-jährigen Jubiläum des LVST, im Jahre 1997 hatten wir bereits 100 ausgebildete Übungsleiter!

Der erste Tauchlehrer im LVST war Georg Merle, leider inzwischen im Ruhestand. Nach ihm kamen Wilfried Ohlig (leider inzwischen verstorben) und Michael Klemm, der damals jüngste TL im VDST. Jahrelang mußte der LVST mit 4 "Moniteuren" (Tauchlehrer) seine Ausbildung anbieten, inzwischen ist die Anzahl der Tauchlehrer kräftig gewachsen.

Die ersten Sonderkurse, laut VDST-Ordnung im Jahre 1991 ins Leben gerufen, fanden noch im selben Jahr statt. So zum Beispiel "Sicherheit und Retten" (Retten und Bergen) unter der Leitung von Peter Wittemann in Diez und das Seminar "Orientierung unter Wasser" unter der Leitung von Andreas Gutschke.

Jugendarbeit spielte im LVST immer schon eine große Rolle.

1981 fand am Jägerweiher unter Leitung des Landesjugendwartes, August Kirsch (BTC Bingen), das Bundesjugendlager statt.

Zuerst in unregelmäßigen Abständen und ab 1994 jährlich traf sich die rheinland-pfälzische Tauchjugend zu ihrem Landesjugendlager. In diesem Rahmen bieten die Tauchlehrer des LVST Seminare und Prüfungsabnahmen zum Erwerb von Tauchsportabzeichen, sowie Sonderkurse für Orientierung unter Wasser und Süßwasserbiologie an.

Mit über 100 Teilnehmern drohte die 1996 am Jägerweiher stattfindende Veranstaltung aus den Fugen zu platzen. Doch, abgesehen von den bei weitem nicht ausreichenden Tauchkontingenten, hatten Jugendwart Rolf Cölsch und seine Helfer die Sache fest im Griff.

Auch die Vereine standen bei der Jugendarbeit nicht zurück. Drei Jahre hintereinander fand zusammen mit dem BTC Bingen, der TSG Bad Kreuznach und dem TC Kaiserslautern ein Pfingstlager am Jägerweiher statt.

1989 wurden die Landesjugendmeisterschaften ins Leben gerufen, die dann 6 Jahre parallel zu den Meisterschaften der Erwachsenen ausgetragen wurden.

1994 in Bad Bergzabern besuchte sogar der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck die Meisterschaften und nahm einige Siegerehrungen vor.